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Krafttraining schärft das erlahmende Gedächtnis
Ein Jahr lang ertrugen kanadische Omas im Durchschnittsalter von 70 Jahren spöttische Blicke, wenn sie im Fitnessstudio an Kraftmaschinen werkelten. Eine Kontrollgruppe beschäftigte sich währenddessen mit Übungen, die eher angemessen schienen: Dehnungen und Schwebeschritte.
Alle Großmütter turnten im Auftrag der Wissenschaft, Spezialgebiet Gehirnforschung. Jetzt meldet die Universität Vancouver Unglaubliches:
Wer ein bis zweimal wöchentlich Stärke trainierte, verbesserte die sogenannten Exekutiv-Funktionen des Gehirns, während sie bei der beschaulicheren Gruppe leicht abnahmen. Der Zuwachs wurde mit 10,9 bis 12,6 Prozent ermittelt, der altersbedingte Rückgang mit 0,5 Prozent. Ermittelt und bewertet wurden nach wissenschaftlichen Vorgaben:
Entschlusskraft, Konzentrationsfähigkeit trotz Ablenkung und Konfliktlösung.
Während ältere Frauen seltener spezielle Übungen für Muskelaufbau und Knochengesundheit praktizieren, sind diese Effekte wiederholt zweifelsfrei nachgewiesen.
Jetzt wird vermutet, dass auch das Gehirn von der Verbesserung der Durchblutung und des Stoffwechsels profitiert.
Vitamine gegen Depression
Depression ist eine drohende Altersbegleitung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO prophezeit, dass Niedergeschlagenheit innerhalb der kommenden 20 Jahre mehr Menschen betreffen wird als jede andere Krankheit. Schon jetzt gibt es weltweit 120 Millionen Betroffene. Eine Veröffentlichung im "American Journal of Clinical Nutrition" ist gleichzeitig eine gute Nachricht und ein Alarmsignal.
Die erhöhte Zufuhr der Vitamine B6 und B 12 reduziert bei Senioren das Risiko einer Depressionserkrankung. Bisher gab es eine derartige Untersuchung mit Älteren nicht. Frühere Studien mit B-Vitaminen an Jüngeren endeten mit ähnlichen Ergebnissen.
Ausgewertet wurden Daten von mehr als 3.500 Bewohnern der Stadt Chicago im Alter von 65 und mehr Jahren. Anhand von Fragebögen wurde ermittelt, wie sie sich ernähren (auch in Bezug auf industriell hergestellte Fertiggerichte, prozessierte Nahrungsmittel und Getränke) und ob sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Auf einer zehnstufigen Depressions-Skala wurde parallel ihre Stimmungslage bestimmt.
Über einen Zeitraum von mehr als sieben Jahren führte die erhöhte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit den Vitaminen B6 und B12 zu einer ständig geringer werdenden Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Depression.
Die Erklärung: B6 ist unter anderem an Funktionen der Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin beteiligt. B12 unterstützt generell die Gehirngesundheit. Ein Mangel könnte zu Alzheimer führen.
2003 erkannte eine Universität in Finnland: B12 verhindert im Gehirn die Anreicherung der Aminosäure Homocystein, die mit Demenzerkrankungen in einem Zusammenhang gesehen wird. Auch Depressive haben einen hohen Homocysteinspiegel. Außerdem unterstützen B-Vitamine die Bildung von Neurotransmittern. Beide Vitamine kommen nicht in pflanzlicher Nahrung vor. Während sie in der Leber, der Milch und in anderem tierischen Eiweiß enthalten sind, reichen diese Ernährungsquellen für einen erkennbaren Effekt jedoch nicht aus.
Die Studie von Chicago zeigte zuverlässig: Selbst eine vermeintlich normale Vitamin B-Versorgung durch Lebensmittel hatte keinen positiven Einfluss auf die Stimmung. Verbesserungen an Hand der Depressions-Skala konnten nur durch Nahrungsergänzungsmittel erzielt werden.
Wörtlich heißt es: "Es wurde kein Zusammenhang mit depressiven Symptomen und der Zufuhr von B6 und B12 allein mit der Nahrung beobachtet werden."
Die Walnuss – man muss nur genauer hinsehen!
Nicht jeder denkt im Zusammenhang mit der
Alzheimer-Erkrankung an Walnüsse – aber vielleicht
sollten wir das tun!
Jedenfalls lassen Ergebnisse einer Studie mit Mäusen diesen Schluss zu. Die Forscher erzeugten mit einem Vorläufer-
Protein (APP) Plaqueablagerungen im Gehirn der Nager,
wie sie bei der Entstehung von Alzheimer-Defekten auftreten. Das führt beim Menschen zu einem raschen Verlust an Lernfähigkeit, Erinnerung und physikalischer und mentaler Kontrolle. Jetzt wurde eine Hälfte der Mäuse mit der
Alzheimer-Vorstufe reichlich mit Walnüssen gefüttert. Erstaunlicherweise blieben ihre mentalen Fähigkeiten bestehen.
Walnüsse enthalten Flavonoide, Melatonin, Vitamin E und einen Mix von Substraten, die auch in den meisten Beeren nachgewiesen werden. Sie alle tragen zum antioxidativen Potential dieser Steinfrucht.
Als die Menschen all das noch nicht wissen konnten,
wurde die Walnuss bereits als Gehirnnahrung geschätzt – wegen ihres dickfleischigen, fächrigen, ölhaltigen Samens,
der dem menschlichen Gehirn ähnelt.